50 Jahre 1968

Diskussion mit Bazon Brock, Nicole Colin und Ingrid Gilcher-Holtey

Goethe-Institut Amsterdam Goethe-Institut Amsterdam
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

In der Diskussion soll es zum einen um die Frage der 68er Bewegung im transnationalen Kontext gehen, zum anderen um die Frage, inwiefern die 68er Bewegung die Gesellschaften –vor allem die westlichen – nachhaltig verändert und möglicherweise sogar demokratisiert hat. Ein weiterer zu diskutierender Aspekt wird das seit ca. 10 Jahren teilweise sehr präsente Phänomen des sogenannten „68-Bashing“ sein.

Die 68er – die erfolgreichste Generation aller Zeiten

Die 68er waren die erfolgreichste Generation aller historischen Zeiten. Was wollten diese Klamaukbrüder? Ihresgleichen wünschten den möglichst radikalen Niedergang der US-amerikanischen Vormachtstellung, den Sieg der Russen im 0st-West-Konflikt und den Sieg der Maoisten im Kulturkampf gegen verstockte Konservative, die Befreiung der Dritten Welt sowie den Sieg der Afrikaner über den weißen Rassismus. Das war Wunschgebet und Stoßziel aller 68er – und was ist dabei herausgekommen? Vierzig Jahre später ist der amerikanische Führungsanspruch in der Welt völlig desavouiert; Russland und China gelten ohne jeden Zweifel als die einflussreichsten Großmächte der Zukunft; die Dritte Welt entdeckte den Islam zwischen Malaysia/Indonesien und Algerien/Marokko als die sie gemeinsam bestimmende Kraft, der sich längst Europa und USA anempfohlen haben; und die afrikanische Urmutter der Menschheit konnte sich offiziell mit der Kennzeichnung der Schwarzen in den USA als afrikanische Amerikaner politisch korrekte Geltung verschaffen. Welch ein Triumph!